ÄTHIOPIEN KENNEN LERNEN - STÄDTEPARTNERSCHAFT LEBEN

Sie waren auf einer unserer Veranstaltungen und wollen sich die Bilder noch einmal ansehen? In unserem Blog finden Sie Fotos, Geschichten und Berichte zu den Events, aber auch Ausblicke auf das, was wir vorhaben.

Auf Erkundung in Äthiopien

Das Warten hat ein Ende - jetzt sind wir in Äthiopien. Wir sind sechs Gymnasiasten von der Friedrich-Schiller-Schule in Leipzig-Gohlis. Seit Monaten haben wir uns auf die Schülerreise gefreut und vorbereitet. In den kommenden zwölf Tagen werden wir hier davon berichten.

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9. Tag, Freitag, 18. Oktober 2019

Von Manuel Westphal

Nach dem Frühstück fuhren wir mit dem Bus ein weiteres Mal zu unserer Partnerschule, der Menelik II Preparatory School. Nach dem Empfang durch den Englischlehrer gingen wir zum Leipzig-Raum, wo wir ein bisschen warteten, weil eine wichtige Person fehlte. Als wir vollzählig waren, konnte das Kulturprogramm beginnen. Ein blinder Keyboardspieler begleitete ein Lied, das ein blinder Schüler für uns sang.

Daraufhin trugen wir auf Englisch den vorher einstudierten "Erlkönig" vor - nacheinander alle sechs Schüler. Danach zeigten die Gymnasiasten der Preperatory School im Leipzig-Raum äthiopische Tänze. Der Großteil von uns beteiligte sich daran. Anschließend überreichten wir dem Englisch-Lehrer einen Pullover und ein T-Shirt mit dem Logo des Friedrich-Schiller-Gymnasiums Leipzig, also unserer Schule. Ich fand es sehr schön, weil die Sachen als Erinnerung an die Partnerschule in Deutschland bleiben. Jetzt folgte ein kleiner Deutsch-Sprachkurs für die Äthiopier und ein Besuch im Schulmuseum. Dort konnten wir viel über Menelik II., den Namensgeber der Schule, erfahren.

Kurz darauf unterhielt ich mich mit den Menlik-Schülern darüber, wie sich zum Beispiel die Schulsysteme in Deutschland und Äthiopien unterschieden. Außerdem schauten wir uns die gemeinsam gepflanzten Bäume an. Sie sahen sehr gut aus und werden anscheinend gut gepflegt. Ein Gruppenfoto vorm Schulmuseum beendete den Tag an unserer Partnerschule. Wir aßen Mittag im "Romina"-Restaurant, wofür wir lediglich die Straße überqueren mussten. Danach ging es mit dem Bus zum Menelik-Mausoleum, in dem wir wieder unsere Schuhe ausziehen mussten, da sich dort ein heiliger Boden befindet. Ich fand es trotzdem nicht so schön, dort barfuß (also mit Socken) zu gehen, weil der Boden wegen Bauarbeiten ziemlich dreckig war.

Interessant war in der Gruft ein Bild von Michelangelo. Es wurde Kaiser Menelik von Italien übergeben, damit er 10.000 gefangene Soldaten nach einer verlorenen Schlacht freilässt. Als wir unsere Schuhe wieder an hatten, fuhren wir zu einem Tuch-Markt, auf dem es, wie es der Name verspricht, Tücher, Kleidung und Stoffe zu kaufen gab. Zurück im Hotel beendete ein Abendessen im äthiopischen Restaurant und ein wenig Karten spielen mit anderen Mitreisenden den Tag.

8. Tag, Donnerstag, 17. Oktober 2019

Von Moritz Wehner/Paul Trousil

Da unser Flug nach Addis erst um 16:10 Uhr los ging, hatten wir den gesamten Vormittag, um (entweder so wie ich) auszuschlafen oder wie ein paar andere den Fischmarkt von Awassa zu besuchen. Einige Bilder haben sie uns mitgebracht. Gegen 13:30 Uhr fuhren wir in Richtung Flughafen. Dieser wirkte aufgrund eines Wartebereiches unter einem Wellblechdach und mit Kinderplastikstühlen zwar improvisiert, aber es funktionierte! Das Einchecken und die Sicherheitskontrolle dauerten nur drei Minuten. Unglaublich!


Während des Fluges genossen wir von oben die wunderschöne Landschaft Äthiopiens. Zurück in Addis Abeba wurde die ganze Gruppe wir vom Bureau für internationale Angelegenheiten zum Essen ins Habescha 2000, ein traditionelles äthiopisches Restaurant, eingeladen. Dort gab es landestypische Speisen und viel Musik. Eine wundervolle und schöne Stimmung!

7. Tag, Mittwoch, 16. Oktober 2019

Von Moritz Wehner/Paul Trousil

Nach einer sehr entspannten Nacht im Sabana Beach Resort ging es gegen elf Uhr los nach Awassa. Auf dem Weg fuhren wir durch viele arme Siedlungen, unter anderem durch die der Rastafari, die zu Zeiten von Kaiser Haile Selassie von Jamaika nach Äthiopien kamen. Nach etwa zwei Stunden erreichten wir das Haile Resort in Awassa und gingen nach einer kurzen Pause weiter zum Universitätskrankenhaus.

Dort wurden wir von Doktor Wondemagegn empfangen. Er ist einer von momentan 16 Kinderchirurgen in Äthiopien - und das bei 110 Millionen Menschen. Er erzählte uns viel über seine Arbeit im Krankenhaus und dass auch Dr. Zimmermann, ein Leipziger Kinderchirurg, gerade da sei. Die beiden Ärzte operieren in Awassa Neugeborene und Kinder mit lebensbedrohlichen Fehlbildungen. Wir erfuhren, dass solche Operationen zeitweise durch fehlende Grundaustattungen wie zum Beispiel Strom stark erschwert werden. Der Städtepartnerschaftsverein Leipzig - Addis Abeba, mit dem wir hier unterwegs sind, übergab einen Spendenscheck über 1.025,00 Euro für die Anschaffung eines wichtigen Untersuchungsgerätes.

Beim anschließenden Rundgang durch das Krankenhaus besuchten wir Patientenzimmer, wo Mütter mit ihren sehr jungen Kindern untergebracht waren, die auf eine Operation warteten. Für den Besuch brachten wir aus Deutschland Kleinigkeiten wie Plüschtiere mit, um sie den Kindern zu schenken. Es war für sie wie ein Geburtstag. Und auch wir haben uns über die vielen glücklichen Gesichter gefreut.

6. Tag, Dienstag, 15. Oktober 2019

Von Eleanor Heinemann und Charlotte Kreibig

An sich war heute ein etwas entspannterer Tag, da es mit einer langen Busfahrt in den Süden ging. Die Ankunft war für den späten Nachmittag geplant. Deshalb mussten wir eigentlich erst um neun los. Das verzögerte sich jedoch, weil unser größerer Bus noch nicht da war. Einen ersten Zwischenstopp gab es an einem Stausee des Awash-Flusses.

Tomatenmarkt am Koka-StaudammSabana-LodgeDort wurden wir direkt nach dem Aussteigen von Kindern umzingelt. Sie fragten uns nach simplen Dingen wie Stifte und Papier, nicht einmal nach Geld und Schokolade wie in Addis Abeba. Dadurch gerieten wir in einen Zwiespalt: Einerseits hatten wir Mitleid und wollten gern etwas geben, aber andererseits hätten dann alle etwas verlangt, wenn wir einem Kind etwas gegeben hätten und es wäre womöglich zu einem größeren Tumult gekommen. Also setzten wir uns in Bewegung - vorbei an einem Tomaten-, Zwiebel- und Melonenmarkt, zu unserem Bus, der ein Stück vorgefahren war.

MittagTischtennis am Langano-See aßen wir in einem der Ressorts von Haile Gebreselassie (einem berühmter äthiopischer Marathonläufer). Dort hatten wir die Möglichkeit, am Zeway See verschiedene Vogelarten zu erkunden, unter anderem Pelikane. Die Weiterfahrt in das Sabana-Resort dauert von dort ein Glück nicht mehr solange. Nach kleineren Schwierigkeiten mit der Schlüsselausgabe konnten wir unsere gemütlichen Bungalows, sogar mit warmem Wasseranschluss, anschauen und beziehen. Die restliche Zeit bis zum Abendessen verbrachten wir damit, das Gelände zu erkunden und runter zum See zu gehen, um ein paar Bilder zu machen und ein bisschen zu schaukeln. Die Jungs haben Tischtennis gespielt.

5. Tag, Montag, 14. Oktober 2019

Von Eleanor Heinemann und Charlotte Kreibig

Anders als am Sonntag konnten wir diesmal ein bisschen länger schlafen, da es nicht allzu früh losging. Der erste Punkt auf unserer To-do-Liste war das Addiser Rathaus. Es ist komplett anders strukturiert und bewacht als unseres in Leipzig. Sofort als wir aus dem Bus stiegen, sind wir und unsere Taschen von Polizisten durchsucht worden. Allein das hat mir schon das Gefühl gegeben, etwas Besonderes zu tun. Im Rathaus wurden wir freundlich von Abraham Asrat Beser empfanFlaggentaggen. Er kümmert sich im Addiser Büro für Internationale Beziehungen um die 46 Partnerstädte. In einem großen Raum, der sehr modern eingerichtet war und in dem normalerweise wohl einige Leute arbeiten, durften wir auf Bürostühlen Platz nehmen. Das gab uns das Gefühl, an einem Meeting teilzunehmen. Wie fast überall wurde jedem von uns eine Flasche Wasser angeboten, was viele Äthiopier in unseren Augen gastfreundlich macht.

Wir können es immer noch nicht fassen, dass die Hälfte unserer Rathaus von Addis AbebaReise schon fast vorbei ist. Es fühlt sich surreal an, weil die meisten von das erste Mal überhaupt afrikanischen Boden betreten haben. Während des Gesprächs mit Ato Abraham (Amharisch Herr) erfuhren wir viel darüber, was Addis Abeba und Äthiopien erreichen wollen - zum Beispiel bei der Begrünung der Hauptstadt.

Außerdem sprach Ato Abraham über die nationale Baumpflanzaktion, über die Wassersituation, den Bau des Great Ethiopian Renaissance Dam und über die Wohnungsproblematik durch den ständigen Zuwachs der Bevölkerung. Beiderseits war eine Dankbarkeit zu spüren, als es um die Partnerschaft der Städte Addis Abeba und Leipzig ging. Heute war für die Äthiopier ein bedeutsamer Tag: der Tag der Nationalflagge. Das bekamen wir mit, als uns beim Verlassen des Rathauses eine kleine äthiopische Flagge in die Hand gedrückt wurde. Des Weiteren wurde lautstark ein äthiopisches Lied in Dauerschleife gespielt. Es geisterte uns allen den restlichen Tag als Ohrwurm im Kopf herum.

St. GeorgskircheWeiter ging es zur St. Georgs Kirche, wo wir Schüler und Lehrer sowie einer der Reiseleiter draußen warteten, da wir wegen der dick ausgelegten Teppiche im Innenraum diesmal keine Lust auf "Flohzirkus" hatten. Während wir unter Bäumen auf die "Kirchengänger" warteten, sprachen uns ein paar Äthiopier an. Sie fragten nach unserer Herkunft und nach einem Bild mit uns. In solchen Momenten fühle ich mich wie ein Ausstellungsstück oder wie ein Promi. Nach der Rückkehr der anderen ging es auf die Suche nach einem Restaurant für die Mittagspause. Wir entschieden uns für das Restaurant "Black Addis". Obwohl mitten in Addis, war es dort sehr ruhig. Unser Guide Amsalu meinte, es seien noch nie Touristen dort gewesen. Zur Auswahl standen gegrilltes Ziegenfleisch und ein vegetarisches Gericht. Beides war sehr lecker.


UDeutsche Schulem zu unserem Bus zu kommen, mussten wir das erste Mal richtig durch die belebten Straßen laufen. An manchen Stellen war es enger als in der Leipziger Innenstadt, aber keinesfalls so schlimm wie zum Weihnachtsmarkt. Der Tag war geprägt von der Partnerschaft der Städte, was sich nochmal beim Besuch der Deutschen Botschaftsschule verdeutlichte. Als wir uns auf dem weitläufigen Gelände umschauten, wurden wir ein bisschen neidisch. Auf den Wiesen befanden sich freilaufende Schildkröten und in der Sporthalle konnten wir Roller fahren. Wir hatten die Möglichkeit mit einigen Schülern, die perfektes Deutsch sprachen, zu reden und am Ende gab es für uns Kuchen von der französischen Bäckerei gegenüber. Ausgeklungen ist der Tag mit einigen lustigen Kartenspielen.

4. Tag, Sonntag, 13. Oktober 2019

Von Konrad Schmidtke

Am Sonntag schläft man normalerweise aus, wir allerdings nicht. Aufgrund einer angemeldeten Demonstration auf dem uns nahegelegenen Meskelplatz, mussten wir 5:30 Uhr aufstehen, um das Hotelgelände noch verlassen zu können. Diese wurde dann aber doch über Nacht kurzfristig abgesagt. Und das alles an einem Sonntag in den Ferien. Aber der Tagesausflug nach Debre Libanos, etwa 100 Kilometer nördlich von Addis Abeba, sollte sich anschließend lohnen.tl_files/laa/bilder/Schuelerblog/Debre Libanos_kl.jpg

Bei einem Zwischenstopp in einer kleineren Stadt, wo wir anhielten, um unsere mitgebrachten Lunch-Pakete zu verspeisen. So konnten wir miterleben, wie die Locals ihren Premierminister Abiy Ahmed feierten. Er hatte zwei Tage zuvor den Friedensnobelpreis erhalten. Ein eindrucksvolles Bild auf der Straße! Die Feier wurde begleitet von lauter Musik, ohrenbetäubendem Hupen sowie tanzenden Menschen. Bemerkenswert hierbei ist, dass bereits T-Shirts und Plakate mit dem Gesicht von Abiy Ahmed gedruckt waren. In Deutschland undenkbar, da dies wahrscheinlich länger gedauert hätte. Während der Busfahrt ließ ich meine Blicke aus dem Fenster schweifen und sah die atemberaubende Schönheit von Äthopien, welche später noch einmal alles übertreffen sollte. Aber auch im Gegensatz dazu die Ärmsten der Armen, die am Straßenrand auf einem Quadratmeter hausten. Wie es ist, so zu leben, kann ich mir bei aller Vorstellungkraft nicht ausmalen.

Nachdem wir angekommen waren, besuchten wir die Kirche im Kloster von Debre Libanos. Vorher mussten wir allerdings unsere Strümpfe imprägnieren, da in den Teppichen der Kirche Flöhe leben. Wir zogen draußen unsere Schuhe aus und stülpten uns Einwegüberzieher über unsere Socken. Was sich die vielen Pilger dachten, ist mir ein Rätsel - diese betreten die Kirche immer barfuß. Sie gilt als das spirituelle Zentrum der äthiopischen Christen, wie uns der Mönch sagte, der uns herumführte und alles erklärte. Am Ende war ich heilfroh, wieder aus der Kirche herauszukommen. Etwas ratlos betrachten wir die von uns mitgebrachten Flöhe in Plastiktüten. In diese hatten wir unsere Strümpfe verfrachtet.

tl_files/laa/bilder/Schuelerblog/portugbruecke_landsch_kl.jpgNach einer kurzen Weiterfahrt erreichten wir einen Ausläufer des ostafrikanischen Grabenbruchs. Für mich und viele andere ergab sich ein noch nie dagewesenes Bild von Weite und einmaliger Schönheit. Unsere eigentlich kurze Wanderung zur legendären portugisischen Brücke, die vor ca. 400 Jahren von diesen erbaut wurde, zog sich aufgrund der eindrucksvollen Kulisse und der vielen Fotos deutlich in die Länge. Angekommen fanden wir einen eindrucksvollen Wasserfall vor und viele nutzen die Zeit, um noch viel viel mehr Fotos zu machen. Ich hingegen nahm mir die Zeit und setzte mich für einige Zeit auf einen Felsen und versank in der Facettenvielfalt dieser einmaligen Landschaft. Dieses Erlebnis war nicht in Worte zu fassen.

tl_files/laa/bilder/Schuelerblog/ethiogerman food_kl.jpgZurück am Ausgangspunkt aßen wir in einem "ethio-german" Imbiss am Grabenbruch. Ein Essen vor so einer Kulisse hatte ich auch noch nicht. So schmeckte das Essen dann gleich doppelt so gut. Auf der erneut langwierigen Rückfahrt über Äthiopiens Straßen verschenkten wir noch unsere übriggebliebenen Lunch-Pakete an Hirtenkinder. Die Freude und das Lächeln über für uns so selbstverständliche Dinge war unbezahlbar. Geschafft, aber glücklich nach einem langen Tag aßen wir gegen 19:30 Uhr im Ghion Hotel Abendbrot und ließen den Tag mit einem Kartenspiel in der Gruppe ausklingen.

3. Tag, Samstag, 12. Oktober 2019

Von Manuel Westphal

Nach dem Frühstück sind wir ein weiteres Mal zur Menelik II Preparatory School gefahren, wo wir auch heute sehr herzlich empfangen wurden. Dort stellten wir unsere Sachen im Leipzig-Raum ab, um auf dem Hof der Schule Bäume zu pflanzen und ein Hochbeet zu bauen.
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Dies begann allerdings mit einer Müllsammelaktion, weil dort sehr viele Plastiktüten auf dem Boden lagen. Danach konnte es nun endlich losgehen. Wir teilten uns in drei Gruppen auf - zwei für die Bäume und eine für das Hochbeet. Ich ging mit meiner Gruppe zu der vorgesehenen Stelle des Schulhofes, wo wir kurz warteten, bis uns die Bäume gebracht wurden. In dem Moment dachte ich mir: "Was ist das? Sind das wirklich Bäume?" Die Äste waren sehr dünn und teilweise hing alles nach unten und lag auf dem Boden. Wir fingen an und pflanzten ein paar dieser Bäume ein. Dazu mussten wir ein Loch graben, Wasser einfüllen, den Baum rein setzen, das Loch wieder mit Erde füllen und schließlich den Baum angießen.
Plötzlich stellte sich heraus, dass ein Missverständnis vorlag! Unsere "guten" Bäume, die Blumen und Kräuter standen im Schatten auf der Ladefläche eines Autos. Sie waren reich an Blüten und sahen viel besser aus, als die anderen, die in der prallen Sonne gestanden hatten und eigentlich von der Schule aussortiert worden waren. Wir fragten uns zwar, wie das passieren konnte, legten aber gleich wieder los. Wir nahmen die "alten" Bäume raus und pflanzten voller Freude und Motivation die kräftigen Apfel-, Mango-, Papaya- und Avocado-Setzlinge ein - insgesamt waren es etwa 30. Dann halfen wir mit beim Hochbeetbau. Ich fand es sehr schön, mitzuerleben, wie wir gemeinsam mit Jugendlichen unserer Partnerschule Bäume pflanzten, die vielleicht in einigen Jahren Früchte tragen und ein Hochbeet zu bauen, wo Rosmarin, Salbei und Blumen wachsen. Ein Gruppenfoto mit allen Teilnehmern beendete die Pflanzaktion. Ich tauschte noch mit ein paar Schülern Handynummern und E-Mail-Adressen aus.

Wir fuhren mit dem Bus zum "Lucy"-Restaurant, wo wir zwischen vielen grünen Pflanzen Mittag aßen. Danach besichtigten wir das Ethnologische Museum. Dort erfuhren wir einiges über die Geschichte Äthiopiens und Kaiser Haile Selassie. Danach ging es zurück zum Hotel und nach dem Abendessen auch schon bald ins Bett. Ich war froh, dass unsere Arbeit in der Schule dann doch ein gutes Ende genommen hatte. Nun hoffen wir, dass alles gut anwächst und gedeiht.
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2. Tag, Freitag, 11. Oktober 2019

Von Moritz Wehner/Paul Trousil

Unser Ausflug hat an der Menelik Il Preperatory School begonnen. Dort wurden wir sehr herzlich empfangen und in den Leipzig-Raum geleitet. Man merkte sofort, wieviel Liebe in die Vorbereitung gesteckt wurde. Menelik II Preperatory SchoolEs gab Brot, Nüsse, Kaffee und Popcorn. Nachdem wir uns mit den Schülern und Lehrern ausgetauscht hatten, gaben wir für die Schüler Vorträge über Deutschland, über Leipzig, über das Friedrich-Schiller-Gymnasium sowie über Freizeitaktivitäten in Deutschland. Ein Gebärdendolmetscher übersetzte alles für die Gehörlosen. Lucy im NationalmuseumDie Menelik-Schüler haben sich sehr gefreut, als darauf jeder (für uns) so selbstverständliche Dinge wie Stifte und Süßigkeiten geschenkt bekam.

Nach unserem Besuch an der Schule fuhren wir zu einer Einrichtung, die jungen Menschen ohne Zukunft eine Ausbildungsmöglichkeit und Hilfe bietet. So gab es unter anderem einen Friseursalon und Werkräume zur Holz- und Metallverarbeitung.

Zum Mittagessen haben wir im Restaurant "Addis View" den Blick aus der sechsten Etage auf Addis Abeba genossen. Unser letztes Ziel für diesen Tag führte uns zum National Museum of Ethiopia. Dort bestaunten wir Skelettfunde aus der Entstehungsgeschichte der Menschheit. Und mit "Lucy", die als junge Erwachsene nur ganze 1,05 Meter groß war, sahen wir auch eines der ältesten und bekanntesten Fundstücke des Museums überhaupt.

Ankunftstag, Donnerstag, 10. Oktober

Von Moritz Wenner/Paul Trousil

Nach einem 6,5-Stunden-Nachtflug kamen wir früh am Morgen am Bole International Airport an. Schon auf dem Addis-Abeba-MuseumWeg zum Ghion Hotel wurde mir klar, dass es hier eine ganz andere Welt ist - die Armut auf den Straßen, die modernen Glasbauten, der chaotische Autoverkehr. 

Wir alle waren Botanischer Garten in Gullelesehr müde, weshalb es eine kleine Ruhepause für uns gab. An diesem Tag lernten wir eine völlig neue Kultur kennen. Am Vormittag gingen wir zu Fuß zum nahe gelegenen Addis-Abeba-Museum. Schon auf dem Weg dorthin wurden wir auf dem Meskel Square mit ersten Bettlern konfrontiert. Für mich eine sehr emotionale Situation.

Im Museum angekommen, haben wir viele spannende Fakten über die Geschichte von Addis Abeba erfahren und bewunderten die Bilder von Stadtgründer Kaiser Menelik II. Nach einem wohltuenden Mittagessen im Hotel fuhren wir auf den Berg Entoto, in etwa 3.000 m Höhe, und schauten uns dort die Mariam-Kirche mit Museum und den alten Menelik-Palast an.

Dann fuhren wir mit dem Bus noch ein Stück über die Entoto-Hügel und gingen anschließend durch den neuen Botanischen Garten. Ein gigantisches Gelände! Auf dem Weg sind wir jungen Leuten begegnet, die, ohne zu blinzeln, die Kamera heraus holten und mit uns Fotos machen wollten. Für mich ein sehr lustiges Treffen!

"Wer Europa bewahren will, muss Afrika retten"

Lesung in Leipzig, Städtepartnerschaft Leipzig - Addis Abeba e.V., in Kooperation mit der Buchhandlung Ludwig, in den Promenaden Hauptbahnhof, am 26. September 2017.

Kinderchirurgen stellen Äthiopien-Projekt vor

Auf Initiative der Leipziger Stiftung Kinderchirurgie hat es ein Treffen zwischen Vertretern der Stifung sowie Mitgliedern und Freunden unseres Vereins gegeben. Das Kennenlernen fand am 10. Dezember 2018 im Addis Café statt. Vorsitzender Tadele Shibru und Stellvertretende Sophie Ebert stellten unseren Verein und seine Geschichte vor.

Für die Stiftung Kinderchirurgie sprachen Prof. Dr. med. Martin Lacher und Oberarzt Dr. med. Peter Zimmermann. Sie berichteten in Wort und Bild von den Erfahrungen, die sie in Äthiopien, insbesondere in Awassa und Jimma, gesammelt haben. Von Tumoren bis zu Fehlbildungen behandeln die Spezialisten Kleinkinder und Babys, operieren vor Ort unentgeltlich und bilden äthiopische Ärzte zu Kinderchirurgen aus.

Nach dem Vortrag kam eine angeregte Diskussion und die Frage auf, wie wir zusammenarbeiten können. Erste Ideen wurden angedacht.

So schön war das Äthiopische Neujahrsfest

Das 15. äthiopische Neujahrsfest in Leizig haben mehr als 100 Gäste besucht. Gefeiert haben wir es am 16. September 2018 im Bootshaus des Akademischen Rudervereins. Herzlichen Dank an alle, die mit Ihrem Kommen zum guten Gelingen beigetragen haben. Es war ein schönes Fest. Besonderer Dank geht an die Musiker der Musikschule "Johann Sebastian Bach", die Stipendiaten aus Addis Abeba, Bethlehem Alessa Mengesha und Amanuel Debela Chali, sowie Dirigent Ron-Dirk Entleutner für die musikalische Untermalung. Fotograf der meisten Aufnahmen war Joachim Petrasch.

Unser neu gewählter Vorstand

Wir freuen uns, den Vorstand des Städtepartnerschaftsvereins im Bild präsentieren zu können. In der konstituierenden Sitzung im März 2018 wurde Tadele Shibru einstimmig zum Vorsitzenden gewählt. Er besuchte in Addis Abeba die Schule und ist unser erster Äthiopien-gebürtiger Vereinschef. Foto: Tadele Shibru (Vorsitzender), Simone Walther, Dr. Rainer Surkow (Schatzmeister), Maximilian Protzner, Sophie Ebert (Zweite Vorsitzende/ÖA), Etagegne Tsige Assefa, Prof. Jana Zehle (v.l.n.r.)

Alternativer Nobelpreis für blinde Rechtsanwältin aus Addis Abeba

tl_files/laa/bilder/Aktuelles/yetnebersh.png"...for her inspiring work promoting the rights and inclusion of people with disabilites, allowing them to realise their full potential and changing mindsets in our societies."

von Jana Zehle

Yetnebersh Nigussie erhilet für ihren EInsatz für die Rechte und Teilhabe behinderte Menschen im September 2017 den Alternativen Nobelpreis / Right Livelihood Award. Ihre Forderung: Kein Mensch soll erblinden, wenn es Hilfe gibt. Und blinde Menschen sollen dieselben Chancen haben wir alle anderen. Jedes behinderte Kind soll in die Schule gehen und Erwachsene sollen für sich und ihre Familie sorgen können.

Nigussie wurde im Alter von fünf Jahren blind. Sie wuchs in einer ländlichen Gegen in Äthiopie auf und konnte einer dort üblichen frühen Ehe entfliehen, weil sie aufgrund ihrer Behinderung als ungeeignet für eine Heirat betrachtet wurde. Ihre Mutter schickte sie stattdessen in eine Schule. Zunächst besuchte sie eine von katholischen Nonnen geführte Blndenschule in Shashemene, anschließend die Menelik II Senior Secondary School in Addis Abeba, Partnerschule des Friedrich Schiller Gymnasiums in Leipzig. Noch lange nachdem sie die Schule beendet hatte, kehrte sie regelmäßig in ihre Schule zurück, um die dort lernenden blinden Schüler*innen zu motivieren, ihre Schuldbildung fortzusetzen. Mit 24 Jahren gründete sie mit anderen Landsleute das Äthiopische Zentrum für Behinderung und Entwicklung (Ethiopian Center for Disability and Development - ECDD).

Seit 2016 arbeitet sie als Inkklusionsbeauftragte für die in Wien ansässige Nichtregierungsorganisation Licht für die Welt / Light for the World. Yetnebersh Nigussie ist promovierte Juristin, verheiratet und Mutter zweier Töchter.

www.bizeps.or.at/yetnebersh-nigussie-von-licht-fuer-die-welt-erhaelt-alternativen-nobelpreis

Die "Inklusive Kommune" wächst: Addiser Gäste schnuppern in Leipzig

Vom 25. Juni bis 1. Juli hat erneut eine Nakopa-Delegation aus Addis Abeba die sächsische Partnerstadt besucht. Die Teilnehmer hospitierten u.a. beim Ferienprojekt "Stadt in der Stadt" in Leipzig-Grünau. Neben intensiven Gesprächen gab es viel aktive Beteiligung an diesem Sommer-Event. So konnten die Ferienkinder mit den Äthiopiern schnitzen, den im Land typischen Schultertanz ausprobieren und kreative Bilder mit Spraydose und Naturmaterialien herstellen. Auch LAA-Vorstandsfrau Simone Walther war alle Tage mit Säge und Akkuschrauber unterwegs. Sie fertigte mit Kindern und Iris Rösch vom Behindertenverband Leipzig e.V. ein für Rollstuhlfahrer geeignetes Hochbeet an. Wie die Holzhäuser mit Rampen, bestanden die barrierefreien Hochbeete aus Europaletten, ganz ohne Nägel. Auch in Addis Abeba sollen sie an den Menelik-II.-Schulen als Partnereinrichtung gebaut werden. Ein Nakopa-Pendant von "Stadt in der Stadt" ist im ersten Quartal 2019 am Entoto TVET College in Addis Abeba geplant.

Im Rahmenprogramm gab es weitere Aktivitäten wie eine Stadtrundfahrt mit Zwischenstopp am Völkerschlachtdenkmal, an Friedrich Schiller Schule und Bibliotheca Albertina, einen Zoobesuch, einen Bowlingabend und den durch Simone Walther organisierten Besuch der INSPIRATA auf dem alten Messegelände, ein Mitmachmuseum der besonderen Art, das große Freude auslöste. Zum guten Gelingen des einwöchigen Arbeitsbesuchs trugen ebenfalls bei Jana Zehle, Etagegne Assefa und Tadele Shibru. Beim Zweiten Vorsitzenden Tadele Shibru möchten wir uns hiermit aufs Herzlichste bedanken - für den sehr netten Grillabend im Garten und seine ausgezeichneten Dolmetscherdienste.

Diskussion: "Addis Abeba - Chinese New Flower"?

17. Mai 2017: Die städtebauliche Entwicklung der letzten Jahre hat das Gesicht Addis Abebas rasend schnell verändert: immer neue Hochhausriesen, die moderne Stadtbahn, riesige Wohn- und Gewerbegebiete. Es ist unübersehbar - hier tut sich etwas. Ein Segen könnte man meinen, ginge nicht auch ein Stück äthiopischer Kultur verloren und wäre nicht die übermächtige Prägung durch Großinvestor China. Bericht von Sophie Ebert im Infoblatt des Deutsch-Äthiopischen Vereins Juni/2017 hier.

Filmemacher Silvan Hagenbrock ließ vor seinem Bachelor-Film "Addis Abeba - Chinese New Flower" (Urban Sociology) im Leipziger Konfuzius-Institut einen dreiminütigen "One Shot" von Shanghai laufen, um Parallelen anzudeuten. Wo viel Licht ist, ist auch viel Schatten! Etwa 70 Teilnehmer diskutierten lebhaft. Viele Fragen wurden angerissen, konnten aber nicht in allen Details beantwortet werden. Neben der Einsicht, dass an moderner Infrastruktur kein Weg vorbeiführt, wurde die große Sorge zum Ausdruck gebracht, dass dies nicht um jeden Preis und ohne Einbeziehung der Bevölkerung geschehen dürfe.

Taktile Äthiopien-Karten im Ministerium vorgestellt

24. April 2017: Im Ministry of Education in Addis Abeba hat ein wichtiges Treffen stattgefunden. Teilnehmer für die Städtepartnerschaft waren Gerd Birkenmeier und CIM-Koordinator Michael Sallat, der seit zwei Jahren in der Mission in Addis tätig ist. Beide stellten dem Inklusionsbeauftragten der Regierung die tastbaren Braille-Karten vor und ernteten dafür viel Begeisterung. Wenn die Dinge sich gut entwickelten, würden die zuständigen Stellenalles tun, um dieses inklusive Lehr- und Lernmaterial in Äthiopien zu multiplizieren. Das passe genau ins gegenwärtige Konzept der Regierung, hieß es, denn die taktilen Atlanten könnten von allen Schüler, auch blinden und sehbeeinträchtigten, genutzt werden. Allen, die an den Atlanten mitgearbeitet haben, ließen die Äthiopier ihren Dank übermitteln. Bei der Etablierung der Produktion wurde Leipziger Mithilfe angeboten.Gerd Birkenmeier und Michael Sallat

Das ist der aktuelle Vorstand des Städtepartnerschaftsvereins:

Tadele Shibru (2. Vorsitzender), Simone Walther (Schulpartnerschaften), Sophie Ebert (Öffentlichkeitsarbeit), Jana Zehle (Beisitzende), Gerd Birkenmeier (Vorsitzender), Etagegne Assefa (Beisitzende) und Rainer Surkow (Schatzmeister). Herzlichen Dank an Nadine Brückner, unsere bisherige Schatzmeisterin, für ihr langjähriges, tolles Engagement.

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Addiser Jugendliche schreiben ihren Brieffreunden

25. April 2017: 60 Antwortbriefe haben die Schüler der Menelik II Preparatory School an ihre Freunde vom Leipziger Schiller-Gymnasium zurückgeschrieben - ein ganz toller Erfolg! Wir freuen uns sehr. Hier im Foto übergibt Direktor Ato Tegene den großen Umschlag an Vereinsvorsitzenden Gerd Birkenmeier.Ato Tegene übergibt die Briefe

IT-Spende für Sefere Selam Schule im Gespräch

21. April 2017: Die Musiker der Musikschule Johann Sebastian Bach sind bereits auf dem Heimweg. Zuvor gaben sie ein großes Konzert in der Yared Music School Addis Abeba und ernteten wieder Riesenbegeisterung. Besucht hat Gerd BirkenmJunge Schülerinnen und Schüler in Addis Abebaeier auch die Sefere Selam Schule, um zu schauen, ob Interesse an einer zweiten möglichen IT-Spende besteht. Diesmal über die gemeinnützige Initiative Labdoo.org, sie vermittelt kostenlose Lern-Laptops für Schulen im Ausland.Die Einrichtung ist wegen ihrer sehr guten Bildungsarbeit kürzlich zur Hig School hochgestuft worden. 1.300 Schüler lernen dort. 

Am Montag steht der ersehnte Termin im Bildungsministerium bevor und ein Besuch bei "Signum Vitae", einer Initiative, die Menschen mit Handicap Arbeit gibt. Unser Vereinsvorsitzende diskutiert kleine Projektvorschläge für eine zukünftige Zusammenarbeit. Am Dienstag darf er in der Menelik-Schule die Antwortbriefe für das Schiller-Gymnasium abholen. Das Farbenprojekt kommt in Addis Abeba hervorragend an. Ein äthiopischer Fernsehsender will darüber sowie über Nakopa- und Zoo-Projekt eine begleitende Sendung machen. Wir dürfen gespannt sein. (22. April 2017)

Säulen der Addiser Stadtbahn werden bunt

20. April 2017: Liebe Leipzig-Addis-Freunde, unser Vereinsvorsitzender Gerd Birkenmeier ist zurzeit zu einem Arbeitsbesuch in der äthiopischen Partnerstadt. Nach dem Osterfest, das in diesem Jahr in beiden christlichen Kulturkreisen auf dasselbe Wochenende fiel, haben die Oberbürgermeister in Addis Abeba eine Straßenbahn auf den Namen "Leipzig" getauft. Sie wurde feierliche mit einem Konzert des Kammerorchesters der Musikschule JSB eingeweiht - in und außerhalb der Bahn. Auch im Entoto-College wurde die Leipziger Delegation begeistert empfangen. In der Menelik-II-Schule wurden 82 Schülerbriefe vom Leipziger Schiller-Gymnasium übergeben.

Ein Besuch im äthiopischen Bildungsministerium steht noch auf dem Plan des Vorsitzenden. Er möchte sich dafür stark machen, dass der tastbare Äthiopienatlas künftig einem größeren Nutzerkreis im Land als Lehr- und Lernmittel zugute kommen kann. Das handliche Ringbuch umfasst drei Teile: eine administrative Karte, eine physische Karte und eine Karte aller Nationalparks und Artenschutzreservate. Bei einem Rundgang auf der Baustelle des neuen Addiser Zoos zeigte sich, dass es auch dort vorangeht. 

Gerd Birkenmeier in der Menelik-II-SchuleRon-Dirk Entleutner mit dem KammerorchsterPfeiler der Stadtbahn werden bunt

4. Februar 2017 - Zurück aus dem Sommer

Von Simone Walther, Mitglied im Vorstand des SPV LAA und Lehrerin am Friedrich Schiller Gymnasium der Stadt Leipzig

Als Teilnehmer der Leipziger Arbeitsgruppe des Nakopa-Projektes "Inklusive Kommune" durfte ich vom 29.01. bis 04.02.2017 erneut die äthiopische Hauptstadt Addis Abeba besuchen. In der Delegation aus Leipzig waren einige Aktive unserer Stadt, die vorher noch nie einen Fuß auf den afrikanischen Kontinent gesetzt hatten und das Land  kaum kannten. Während der Reise konnten wir uns vor Ort von den tollen Ideen und Initiativen, aber auch den Schwierigkeiten bei der Inklusion von Menschen mit Handicap überzeugen.

Auf dem Programm standen u.a. der Besuch von Bildungseinrichtungen, die bereits inklusiv arbeiten. An der German Church School sahen wir, dass unser tastbarer Blindenatlas von Äthiopien (administrative Karte, physische Karte und Karte der Nationalparks und Naturschutzreservate) intensiv genutzt werden, da sie schon erhebliche Gebrauchsspuren aufwiesen. Der Vorschulunterricht einschließlich des Selbstverteidigungskurses für unterschiedlich behinderte Kinder war einfach genial.

Zu unserer großen Überraschung verfügt die Universität in Addis über eine gut sortierte Blindenbibliothek und nun auch über einen von uns überreichten tastbaren Äthiopien-Atlas. "Together", eine Nichtregierungsorganisation die sich speziell um blinde Frauen und deren Kinder kümmert, lud uns zu einem "Dinner in the Dark" ein und verlangte damit Einiges von den Teilnehmern ab. Eine klasse Idee, die noch ausbaufähig ist. Bemerkenswert finde ich auch die Kooperation zwischen "Together" und der Menelik II. Preparatory School (11./12. Klasse), die an der Schule einen Raum für blinde Schüler eingerichtet hat. Dort wurden Computer mit speziellen Audio-Programmen installiert. 96 Schüler mit Behinderung lernen zur Zeit an der Menelik Preparatory School, der Partrnerschule des Friedrich Schiller Gymnasiums.


Zahlreiche Projekte wurden von den Delegationsmitgliedern angesprochen und bereits auf den Weg gebracht. Mit meiner Übergabe von Saatgut (Blumen- und Kräutersamen) an beiden Menelik-Schulen erfolgte der Vorschlag, dass die Aussaat erstmalig in Hochbeeten erfolgen und vielleicht ein Teil des weitläufigen Schulgeländes inklusiv gestaltet werden könnte. Ein Tastgarten nach Leipziger Vorbild wäre ein machbares Projekt. Am Ende der Reise war es schön für mich, zu sehen und zu spüren, dass das Leitmotiv unseres SPVLAA "Äthiopien kennen lernen, Städtepartnerschaft leben" weitere Unterstützer und Befürworter gefunden hat.

Melkam Addis Amet, Leipzig! Impressionen vom Äthiopischen Neujahrsfest (11.09.2016)

Äthiopisches Neujahrsfest 2016Äthiopisches Neujahrsfest 2016

Äthiopisches Neujahrsfest 2016Äthiopisches Neujahrsfest 2016Äthiopisches Neujahrsfest 2016Äthiopisches Neujahrsfest 2016Äthiopisches Neujahrsfest 2016Äthiopisches Neujahrsfest 2016Äthiopisches Neujahrsfest 2016Äthiopisches Neujahrsfest 2016Äthiopisches Neujahrsfest 2016Äthiopisches Neujahrsfest 2016Äthiopisches Neujahrsfest 2016Äthiopisches Neujahrsfest 2016

Fotos: Tadele Shibru/Simone Walther

Wir bedanken uns sehr herzlich bei unseren Sponsoren, ohne deren großzügige Unterstützung das Musikschul-Austauschprojekt und unser Äthiopisches Neujahrsfest 2016 so nicht hätten stattfinden können. Unser persönliches Dankeschön geht an: Hartmut Bunsen (Messeprojekt Leipzig), Etagegne Assefa (Leipzig), Wolfgang Topf (IMO Leipzig), Andreas Heilmann (Papenburg Halle/Leipzig), Michael Fischer-Art (Leipzig) sowie Hans-Christian Zink (ZDC-Group Leipzig).

Melkam Fasika, Leipzig! Äthiopische Ostern (1. Mai)

Äthiopisches Osterfest in LeipzigÄthiopisches Osterfest in LeipzigÄthiopisches Osterfest in LeipzigÄthiopisches Osterfest in LeipzigÄthiopisches Osterfest in LeipzigÄthiopisches Osterfest in Leipzig

Fotos: Tadele Shibru

Nach viel Frauenpower an der Spitze jetzt ein Chef

Nach der Mitgliederversammlung im März hat sich der Vorstand neu konstituiert. Die sieben Mitglieder wählten Prof. Gerd Birkenmeier zum neuen Vorsitzenden, Tadele Shibru wurde zum Stellvertretenden Vorsitzenden benannt. Die bisherige "Präsidentin", Sophie Ebert, die den Städtepartnerschaftsverein drei Wahlperioden leitete, hat das Amt aus beruflichen Gründen abgegeben. Sie kümmert sich künftig um die Öffentlichkeitsarbeit. Nadine Brückner, unsere bewährte Schatzmeisterin, übernimmt die Aufgabe für weitere zwei Jahre. Prof. Jana Zehle, Simone Walther und Etagegne Assefa fungieren als beisitzende Vorstände.

Tadele Shibru, Sophie Ebert, Gerd Birkenmeier (hinten,v.l.n.r.) Simone Walther, Etagegne Assefa, Nadine Brückner, Jana Zehle (vorn, v.l.n.r.)

Das EAT EAT EAT!-Festival am 28./29.08.2015

Eine gelungene Kulinarik-Meile mit Musik, Tanz und Unterhaltung, die zum Bummeln und Probieren einlud. Wir hoffen, dass noch viele Auflagen dieses Schlemmerfests an der Rennbahn am Scheibenholz folgen. 16 Gastwirte waren beim EAT EAT EAT!-Foodfestival dabei. Neben den Partnerstädten Krakow, Houston, Birmingham, Nanjing, Thessaloniki, Lyon u.a. auch Stände vom Netzwerk "Delice". Durch den Duft von Weihrauch und exotischen Gewürzen war unser Addis Abeba-Pavillon nicht zu verfehlen. Starköchin Etagegne Assefa reichte Teff-Indschera und feurige Saucen, vegan oder mit Fleisch, Woizero Tiru ihren köstlichen Kaffee.

Addis Abeba-Skyline ziert Partnerstadtbank

Bitte einmal Platz zu nehmen! Verkostung auf dem Augustusplatz: Dass der frisch geröstete äthiopische Kaffee dem Oberbürgermeister mundet, sieht man auf den ersten Blick. Anlässlich der 1.000-Jahr-Feierlichkeiten Leipzigs hat Burkhard Jung am 6. Juli die 14 Partnerstadtbänke der Öffentlichkeit übergeben. Unsere Bank steht auf der Opernseite rechts und zeigt die äthiopische Hauptstadt zwischen Tradition und Moderne. Auch vorm Gewandhaus geht der Bänke-Reigen munter weiter. Ein Besuch in den nächsten Wochen ist gewiss ein Muss. Ob mit gutem Buch, Freunden oder einem Picknickkorb.

Oberbürgermeister Burkhard Jung bei der Verkostung

Kunstprojekt mit starkem äthiopischen Beitrag

Einzigartige Einblicke in den familiären Alltag der Äthiopier vermittelte die 1. internationale Kinder- und Jugendkunstausstellung im Leipziger Rathausfoyer im Juli/August 2015. Zu sehen waren 40 Schülerarbeiten der German Church School Addis Abeba zum Thema "Nachbarschaft". Großen Anteil am Gelingen hatte Vorstandsmitglied Prof. Jana Zehle, die die Kinder und Jugendlichen mit dem Kunstlehrer Anteneh Mehari begleitete. Ein zweisprachiger Katalog (deutsch/englisch) ist übers Haus Steinstraße, Leipzig, Frau Bernard, gegen minimale Schutzgebühr erhältlich. Es lohnt sich! Hier im Extra-Blog alle Arbeiten ansehen.

OB Jung bei der Eröffnung im RathausfoyerBild von Mahlet MukriawBild von Bethelem Kasahun

Zoo Leipzig unterstützt Partnerschaftsverein

20. April 2015: Starkes Team am Start

Von Angelika Rusch

Der Zoo Leipzig ist institutionelles Mitglied im Verein Städtepartnerschaft Leipzig – Addis Abeba. Am 20. April ist einem würdigen Rahmen an der Kiwara-Lodge die Partnerschaft unterzeichnet worden. Der Termin konnte nicht besser gewählt werden, denn am Tag zuvor standen auf Einladung von Stadt und Verein zwei äthiopische Marathonläufer beim Leipzig Marathon am Start. tl_files/laa/bilder/Aktuelles/Zoo IMG_5149 2000.JPGSo konnten auch sie bei der Unterzeichnung zugegen sein. Der Zoo Leipzig unterstützt seit 2007 die Entwicklung eines Masterplans für den Aufbau eines modernen Zoos in der äthiopischen Hauptstadt. Der neue Tierpark soll für den Artenschutz, den Erhalt der biologischen Vielfalt und den Schutz der wenigen Grünflächen in der Fünf-Millionen-Stadt sorgen.

Für unseren Verein mit seinen 42 Mitgliedern ist die neue Mitgliedschaft nicht nur ein besonderer Höhepunkt, sondern auch eine Wertschätzung seines nunmehr zwölfjährigen Engagements, eine lebendige Partnerschaft zwischen Leipzig und Addis Abeba zu gestalten.

Im Bild v.l.n.r.: Sentayehu Getachew Gebrmedhin (Marathonläuferin, Addis Abeba), Sophie Ebert (Vereinsvorsitzende), Tekalegn Tebelu Abebe (Marathonläufer, Addis Abeba), Prof. Dr. Klaus Eulenberger (Zootierarzt a.D.), Etagegne Assefa (Vorstandsmitglied), Dr. Gabriele Goldfuß (Stadt Leipzig, Ressortleiterin Internationale Zusammenarbeit) und Taye Worku (Betreuer, Addis Abeba).

Leipzig Marathon: 19. April 2015

Herzlichen Glückwunsch, Tekalegn Tebelu! Es war ein toller Start-Ziel-Sieg für unseren Mann aus Addis Abeba. Eine Zeit von 2:21:53 h hat in Leipzig lange keiner erzielt. Bei traumhaftem Wetter lief Tekalegn unangefochten allen davon und hatte keinen Grund an seiner persönlichen Bestzeit von 2:17:35 h zu kratzen. Hier geht es zum Marathon-Bericht von LVZ Online.

Tekalegn Tebelu holt den Marathonsieg

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sentayehu Getachew, seine äthiopische Landsfrau, führte zunächst bei den Frauen. Sie musste aber wegen schwerer Zerrungen im rechten Bein nach 21 Kilometern aufhören.

Sentayehu Getachew

Leipzig Marathon: Herzlich willkommen!

16. April 2015: Von Addis Abeba über Frankfurt nach Leipzig

Unsere äthiopischen Gäste sind da!! +++ Alles hat gut geklappt mit der weiten Reise, wir freuen uns sehr. Sentayehu Getachew Gebremedhin (Mitte) und Tekalegn Tebelu Abebe (Mitte rechts) aus Addis Abeba starten über 42 km. Links ihr Betreuer Taye Worku +++ WANN: So, 19. April, Start 10 Uhr Sportforum, Jahn-Allee +++ Zeileinlauf Männer: ca. 12:15 h +++ Zieleinlauf Frauen: ca. 12:45 h +++ Unbedingt anfeuern kommen +++ Vorbericht von LVZ Online +++

Herzliches Willkommen am Leipziger Hauptbahnhof

36 Landkarten für Blinde gehen auf die Reise

06. Februar 2015: Mit schwerem Gepäck nach Äthiopien

Von Angelika Rusch

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Vier Mitglieder des Vereins Städtepartnerschaft Leipzig – Addis Abeba gehören zur offiziellen Delegation der Stadt Leipzig, die sich in der kommenden Woche aufmacht, um in der äthiopischen Hauptstadt das zehnjährige Bestehen der Partnerschaft zwischen den beiden Städten zu begehen. Das Gepäck der Vereinsmitglieder wiegt einige Kilo: 36 großformatige Bücher gehen mit auf die Reise. Sie sind das besondere Gastgeschenk für die beiden Partnerschulen in Addis Abeba: Bände in Braille-Schrift mit verschiedenen Karten Äthiopiens, administrative und physische Karten sowie eine Übersicht über die Nationalparks. In Äthiopien sitzen sehende sowie blinde oder sehgeschädigte Schüler in einem Klassenraum. Damit Letztere auch ihr Heimatland erfassen bzw. ertasten können, entstand im Verein vor einigen Jahren die Idee, gemeinsam mit der Deutschen Zentralbücherei für Blinde die Landkarten zu erstellen. Die Leipziger Partnerschule – das Friedrich-Schiller-Gymnasium - steuerte über 3.000 Euro bei, um das Projekt für die Menelik II Primary und die Menelik II Preparatory School auf den Weg zu bringen. Nach tollen Aktionen der "Schilleraner" wie Kuchenbasar, Spendenlauf, Turmbesteigungen und anderen Aktivitäten füllte sich der "Geldbeutel" nach und nach. Die Stiftung Nord-Süd-Brücken und der Städtepartnerschaftsverein steuerten ebenfalls bei. Das Know-How lieferte die Zentralbücherei für Blinde.

Für fünf Bibliotheken insgesamt

Exemplare des Werkes werden auch Eingang in die Bibliothek des Goethe-Instituts, der German Church School sowie dem Verein "Together – Hilfe für blinde Menschen in Äthiopien" finden. Ein weiteres Exemplar, das Vereinsvorsitzende Sophie Ebert der äthiopischen Botschaft in Berlin übergab, fand bereits seinen Weg nach Äthiopien – in das dortige Bildungsministerium.

Jubiläumsveranstaltung: 10 Jahre Städtepartnerschaft Leipzig-Addis Abeba

13.-15. Mai 2014: Addis Abebas Oberbürgermeister Deriba Kuma und Wirtschaftsvertreter zu Gast

Von Nadine Brückner

Sehen Sie den siebenminütigen Fernsehbeitrag von ETV in Englisch.

Vom 13. bis 15. Mai 2014 haben wir das 10-jährige Bestehen der Städtepartnerschaft Leipzig-Addis Abeba gefeiert. Eine hochkarätige Delegation unter Leitung des Oberbürgermeisters von Addis Abeba, Herrn Deriba Kuma, reiste aus Äthiopien an, um mit uns diesen besonderen Anlass zu würdigen. Hier ein paar Eindrücke von wunderbaren Momenten der Jubiläumsveranstaltung.

Anniversary Celebration: „10 Years of Sister City Partnership Leipzig-Addis Abeba“
From May 13th to May 15th we have celebrated the 10 years anniversary of sister city partnership between Leipzig and Addis Abeba. A 40 member delegation from Ethiopia, led by the Lord Mayor of Addis Ababa Mr. Deribe Kuma, arrived in Leipzig on Monday to celebrate the jubilee with us. Please enjoy some impressions from this special occasion.

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Day 1: Empfang in der Alten Handelsbörse - the reception of the guests, Alte Handelsbörse

Großartiges musikalisches Unterhaltungsprogramm von Dan Kira Entertainment - the great music and performance show of Dan-Kira Entertainment

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Der Oberbürgermeister von Addis Abeba, Herr Deriba Kuma, trägt sich in das Goldene Buch der Stadt Leipzig ein, Neues Rathaus - signing of the Golden Book of the City of Leipzig by Mr. Deribe Kuma, New City Hall

S.E. Herr Fesseha A. Tessema, Botschafter von Äthiopien in Deutschland, trägt sich in das Goldene Buch der Stadt Leipzig ein, Neues Rathaus - signing in the Golden Book of the City of Leipzig by H.E. Fesseha A. Tessema (Ambassador of The Federal Democratic Republic of Ethiopia to Germany)

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Übergabe der Geschenke durch die Bürgermeister - exchange of presents by the Mayors of the two sisterly cities

Day 2: Zeit zum Dinieren, Tanzen und Austauschen im Anschluss an das Investmentforum, Hotel Westin - Following the Investment Forum during the day we enjoy dinner and music in the Hotel Westin

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Day 3: Festessen im Gondwanaland / Zoo Leipzig - Dinner in Gondwana Land / Zoo Leipzig, Dan-Kira Entertainment

Sophie Ebert (Städtepartnerschaf Leipzig- Addis Abeba e.V.) mit Ato Worku Erge, dem Präsidenten des Partnerschaftsvereins in Addis Abeba, Austausch der Geschenke - Sophie Ebert (Sister City Association Leipzig - Addis Ababa) and Ato Worku Erge, the president of the Twin City Association in Addis Abeba, exchange of presents

Weihnachtsgeschenk für Partnerschulen in Addis

10. Dezember 2013: Direktor Ato Habtom sowie blinde Lehrerinnen und Schüler begrüßten uns herzlich

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Von Angelika Rusch-Ziegner

Aus Äthiopien zurück sind die Mitglieder der Laufreise zum Great Ethiopian Run in Addis Abeba. Der Verein Städtepartnerschaft Leipzig – Addis Abeba hatte diese Reise organisiert. Im Gepäck waren nicht nur die Laufschuhe, sondern auch zwei komplette Weltatlanten in Braille-Schrift. Die tastbaren Landkarten für blinde und sehschwache Schüler waren ein Geschenk des Friedrich-Schiller-Gymnasiums an ihre Partnerschulen in der äthiopischen Hauptstadt.

Dank toller Ideen und vieler Spenden der "Schillerianer" konnten die Atlanten in der Deutschen Zentralbücherei für Blinde in Leipzig erworben werden. Sophie Ebert, Vereinsvorsitzende, und Etagegne Assefa, Vorstandsmitglied, übergaben die Präsente in der Menelik II Primary und Menelik II Preparatory School in Addis Abeba. Sie ernteten nicht nur viel Freude, sondern wurden auch mit einem Kulturprogramm der Schüler bedankt. 

Blinde fühlen Äthiopien - bald auch mit den Fingerspitzen?

12. August 2013: Liebe Leipziger und Freunde unserer Städtepartnerschaft, helfen Sie mit Ihrer Spende!

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Von Silke Sophie Ebert

Gemeinsam mit der Deutschen Zentralbücherei für Blinde wollen wir, der Städtepartnerschaft Leipzig-Addis Abeba e.V., bis November 2014 eine Äthiopien-Landkarte für blinde Schulkinder entwickeln. Sie ist für den Geografieunterricht an den Partnerschulen des Leipziger Friedrich-Schiller-Gymnasiums gedacht. Durch den integrativen Ansatz lernen an der Menelik II Primary School (Klassen 1-8) und der Menelik II Preparatory School (Klassen 11-12) in Addis Abeba auch blinde und sehschwache Kinder und Jugendliche. Noch ist die Finanzierung dieses schönen Projekts in Höhe von 7.000 Euro nicht gesichert. Aus eigenen Quellen stehen uns bisher 2.000 Euro zur Verfügung. "Äthiopien tastbar" - Leipziger Volkszeitung berichtete. Jeder Euro hilft! Deshalb unsere Bitte: Helfen Sie mit Ihrer Spende! Auch blinde Kinder brauchen Wissen!

Drei Lernblätter in Braille-Schrift

Der Prototyp unserer Karte bekommt eine komfortable Ringbindung. Dazu gehören eine physische und eine administrative Reliefkarte sowie eine dritte, auf der die blinden Kinder die äthiopischen Nationalparks tastend entdecken können. Für Lernende mit vorhandenem, aber teils eingeschränktem Sehvermögen werden alle drei Layer farbig unterlegt. Auf unserem Foto präsentieren DZB-Direktor Dr. Thomas Kahlisch und Vereinsvorsitzende Sophie Ebert den "Weltatlas der Kontinente", hier die Afrika-Karte. Der fünfteilige Atlas basiert auf der Braille-Schrift in Englisch. Zwei Exemplare gehen mit unserer Leipziger Laufreisegruppe Ende des Jahres auf Reisen, die vom 20.-30.11.2013 in Äthiopien zu Gast ist. Das Geld für die Anschaffung der Kartensammlung stammt aus einem Spendenlauf des Friedrich-Schiller-Gymnasiums zugunsten der Partnereinrichtungen. Die beiden Weltatlanten für Blinde stehen in den Schulbibliotheken allen Kindern zur Ausleihe und zum Lesen zur Verfügung. Die Bibliotheken können übrigens auch von Bewohnern des Stadtteils Arada (in dem die Menelik II-Schulen liegen, nahe dem Kreisverkehr Arat Kilo) genutzt werden. tl_files/laa/bilder/Veranstaltungen/SNV36974_Spendenaufruf_DrKahlisch474x316.JPG

Eine Blindenkarte für Äthiopien gibt es noch nicht

So ist die Hoffnung, dass diese dreiteilige Landkarte zu einem späteren Zeitpunkt in vielen Bildungseinrichtungen Äthiopiens für Lernende jeden Alters eingesetzt werden kann und die Chancen der Blinden auf einen Schulabschluss, auf Ausbildung und auf eine Arbeit verbessern hilft. Eine Vervielfältigung und auch die Herstellung der Reliefkarte in Äthiopien selbst ist zu prüfen und nicht per se ausgeschlossen. Erste Kontakte zum Advanced Technology Center for the Blind in Addis Abeba haben wir bereits geknüpft. Auch das Goethe-Institut in Addis Abeba steht dem Projekt aufgeschlossen gegenüber. Schon etliche Werke der deutschen Literatur sind dort auf Amharisch erschienen. Auch über Veröffentlichungen für blinde Menschen in Äthiopien wird im Goethe-Institut nachgedacht. Deshalb noch einmal unsere Bitte: Helfen Sie mit! Das Engagement vieler kann dazu beitragen, dass auch unser Vorhaben greifbar wird und ein Glanzlicht ins Dunkel blinder Menschen bringt. Schon jetzt ganz herzlich danke dafür - mit einem, wie wir finden, passenden Sprichwort aus Äthiopien: WIRD EIN BAUMSTAMM VON TAUSEND MENSCHEN GETRAGEN, IST ER NICHT SCHWER.

Anne Schorling zu Gast in Leipzig

22. März 2013: Finissage zur Ausstellung "Hallo Addis Abeba, hallo Neue Blume"

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Von Angelika Rusch-Ziegner

Sie ist "unsere Frau in Addis Abeba": Anne Schorling. Seit zehn Jahren lebt und arbeitet sie in Äthiopien und ist eng mit unserer Vereinsarbeit verbunden. Am 22. März stellte sie in der Volkshochschule – quasi als Abschluss unserer Ausstellung – das ostafrikanische Land aus ihrer Sicht in Wort und Bild vor. 28 Gäste besuchten die Veranstaltung und diskutierten im Anschluss mit der Referentin. Dazu wurde leckeres äthiopisches Fingerfood gereicht, das aus Etagegne Assefas Küche stammte. Ein gelungener Abend – so die einhellige Meinung der Besucher.

Eine Fachfrau für die Städtepartnerschaft

Der Verein Städtepartnerschaft Leipzig – Addis Abeba setzt sich für eine aktive und interessante Zusammenarbeit zwischen den beiden Städten ein. Dabei ist es nicht nur wichtig, dass in Leipzig die rund 38 Vereinsmitglieder ständig "kurbeln", es ist auch hilfreich, wenn vor Ort – d.h. in der äthiopischen Hauptstadt – eine zuverlässige, motivierte und mit bestem Instl_files/laa/bilder/Blog/Anne Sophie600.pngider-Wissen ausgestattete Person für und mit dem Verein arbeitet. Anne Schorling beriet u.a. als Expertin das "Capacity Building Program" der Hauptstadtverwaltung und begleitete die Verwaltungsmodernisierung im Rathaus von Addis Abeba.

Brückenbauerin über Kontinente hinweg

Anne Schorling war dabei, als die Idee der Städtepartnerschaft erste Konturen bekam. Im Auftrag des damaligen Bürgermeisters von Addis Abeba, Arkebe Oqbay, förderte und begleitete sie den Prozess. Dabei hat sie maßgeblich bei der Herstellung der Kontakte, beim Aufbau der Strukturen und bei der Netzwerkarbeit zwischen den Partnerstädten – quasi als Brücke zwischen den Kontinenten - mitgewirkt. Ihr ehrenamtliches Engagement heutzutage gilt besonders der Jugendarbeit im Rahmen der Schulpartnerschaft zwischen der Menelik II Preparatory School und dem Friedrich-Schiller-Gymnasium. Ebenso engagiert sie sich für die Gestaltung der Kirchenpartnerschaft zwischen der Leipziger Thomaskirche und der evangelischen Mekane Yesus Gemeinde. Auch viele Leipziger kennen Anne Schorling, denn bei den meisten der Delegations-Besuche bzw. Bürgerreisen aus Leipzig stand sie mit Rat und Tat zur Seite. So z.B. 2010 bei der Einweihung des "Leipzig Square" im Zentrum der äthiopischen Hauptstadt.

Viele Leute werden jetzt aufwachen

8.-10. Juni 2012: Das erste Streetball-Turnier an der Partnerschule des Friedrich-Schiller-Gymnasiums

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Von Toni Kaatz-Dubberke

Lauter Hip-Hop dröhnt vom Schulhof der altehrwürdigen Menelik-II-Schule in Addis Abeba, Äthiopien. An diesem Freitag Nachmittag ist niemand in dunkelblauer Schuluniform zu sehen. Stattdessen tragen rund hundert gutgelaunte Jugendliche T-Shirts mit der Aufschrift "Addis Afros - Streetball-Tournament". Einige Herrschaften sind im Anzug da, allen voran der Direktor der Schule, Ato Zewdu Abayneh. Er bedankt sich herzlich bei allen Organisatoren: "Unsere Schüler und die Lehrerschaft sind glücklich, dass das Turnier hier bei uns stattfindet. Basketball ist pure Energie. Es motiviert junge Leute. Die Schüler brauchen neben dem Lernen, auch Bewegung im Freien, Sport und Spiel mit ihren Freunden." Mehr als 1.800 Schüler besuchen die älteste staatliche Schule Äthiopiens. Einige von ihnen halfen schon am Vortag mit, ein regelkonformes Basketball-Feld auf den Asphalt des riesigen Schulhofs zu malen. Dass auch zwei Basketball-Körbe dort aufgebaut sind, freut besonders  Daniel Sandhaus. Er ist Mitarbeiter der Deutschen Botschaft in Äthiopien. Die beiden mobilen Baskteballanlagen hat die Botschaft spendiert und vor Ort anfertigen lassen. Sie können leicht auseinandermontiert und transportiert werden. Von Anfang an war es die Idee, auch an anderen Schulen oder auf öffentlichen Plätzen Turniere organisieren zu können. "Sportförderung ist Kulturförderung und damit ein wichtiger Teil der Arbeit, die die Botschaft leistet. Weil die Menelik-II-Schule eine Schwesterschule in Leipzig hat, bot es sich an, die Körbe hierher zu geben", sagt Sandhaus.

Starke Teams, tolle Sponsoren

tl_files/laa/bilder/Blog/IMG_1235_streetball_439x288.jpgNeben ihm steht Martin Dirr, Programm-Manager bei der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ). Er lebt schon vier Jahre am Horn von Afrika und in seiner Freizeit trainiert er ein Basketball-Team. Martin Dirr und sein Freund Deresse Almamaw haben die Idee für ein solches Großereignis geboren. Beide suchten in Addis Abeba schon seit längerem nach einem passenden Ort. In der Botschaft fanden sie auch einen Sponsor für die Basketball-Körbe. Mit Ausnahme von Langstreckenlauf findet der Sport in Äthiopien keine öffentliche Beachtung. "Mit der Gründung des Addis Afros Basketball Clubs wollten wir von Anfang an die Wahrnehmung der Ballsportarten verbessern und Raum zur Ausübung des Sport für junge Menschen schaffen. In Deutschland kam der Hype um Streetball in den 1990er-Jahren  und die Popularität von Basketball steig enorm. Ich glaube mit unserem Turnier haben wir es geschafft, zu zeigen, dass es auch in Äthiopien möglich ist, solche Events auf die Beine zu stellen", sagt Martin Dirr.

Drei Tage Spannung pur

Die Teilnehmer rutschen schon etwas ungeduldig auf ihren Stühlen hin und her. Doch als alle Sponsoren und Verantwortlichen ihre Eröffnungsrede gehalten haben, ertönt wieder Hip-Hop und die ersten Btl_files/laa/bilder/Blog/streetball_basketballanlage_480x706.JPGälle knallen an die Körbe. Jetzt wird Streetball gespielt. 26 Teams - Mädchen, Jungen und Herren - treten auf einem Basketball-Halbfeld gegeneinander an. Die Gruppenphase wird am Sonnabend gespielt, danach geht es im K.o.-System weiter. Für Stärkung zwischendurch sorgt ein Restaurant aus Addis, dessen Team Burger frisch vom Grill anbietet. Die meisten Spieler kennen sich und so nimmt das Drei-Tage-Event den Charakter eines großen Familientreffens an. Trotz beginnender Regenzeit hält sich das Wetter bis zu den Finalspielen am Sonntag. Die gespannte Ruhe der Fans und Spieler entlädt sich immer wieder in Euphorie nach jedem Korb, der im Finale fällt. Die Gewinner-Teams können ihre Emotionen nicht mehr zurückhalten.

Abgekämpft, aber glücklich

Helina, 27, Spielerin im Gewinner-Team der Frauen, liegt ihren Freundinnen strahlend in den Armen, kleine Freudentränen rollen. Der letzte Titel liegt lange zurück für sie. Um so professioneller antwortet sie dann im Interview: "Wir waren einfach die bessere Mannschaft." Dass die Frauenteams überhaupt spielen konnten, ist auch der Unterstützung des Friedrich-Schiller-Gymnasiums in Leipzig zu verdanken. Die Mädchenbälle, die Pokale und die Medaillen wurden von einer 400-Euro-Spende der Schule finanziert. Auch Umer, 26, Spieler bei Tasty B, dem Gewinnerteam der Herren, freut sich über den Erfolg seiner Mannschaft und ist sich sicher, dass es nicht das letzte Turnier ist, auf dem sein Team so nervenstark spielen wird und ist überzeugt: "Viele Leute werden jetzt aufwachen."